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Der Kaiserplatz – Von Nacktbadern und barocken Bauten

16. August 2011

Bonner Plätze und Straßen – Teil 5

Zeugen des barocken Zeitalters von Bonn lassen sich am besten vom Kaiserplatz aus betrachten. An der Grenze zur südlichen Innenstadt gelegen erstreckt sich dieser vom Universitäts-Hauptgebäude, dem ehemaligen Kurfürstlichen Schloss, bis zur Bahnhofsunterführung. Mit Blickrichtung nach Südwesten erkennen die Beobachter das Poppelsdorfer Schloss. Es markiert das Ende einer rund ein Kilometer langen Sichtachse, die im 18. Jahrhundert angelegt wurde. Vom Schlafgemach in ihrer Residenz im angrenzenden Seitenflügel konnten die Adligen das kleinere Anwesen in Poppelsdorf betrachten.
Die Bezeichnung Kaiserplatz entstand im Jahre 1874 nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 aus der damaligen patriotischen Stimmung heraus. Vorher gehörte das Areal zwischen Neutor und den Bahngleisen noch zur Poppelsdorfer Allee. Dies erklärt auch, dass die Allee heute mit Hausnummer 15 anfängt.
Am 16. Oktober 1906 weihte Wilhelm II. auf dem Platz ein Denkmal von seinem Großvater Wilhelm I. feierlich ein, das bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges am Neutor existierte. Die Nationalsozialisten hielten vor dem Monument ihre Paraden ab, außerdem machten amerikanische Soldaten 1945 Schießübungen auf den Marmorkaiser. Die von Bildhauer Harro Magnussen geschaffene Statue steht nach Restaurierungsmaßnahmen seit 1989 am Günnewig Hotel Residence.
Auf dem Gelände des Busbahnhofes stand bis Anfang der 1970er Jahre die Kaiserhalle, ein Veranstaltungsgebäude. Am Kaiserbrunnen, der sich noch heute unmittelbar vor der Unterführung befindet, hielten sich damals viele Teenager auf. Erwachsene deklarierten ihn, ob der damaligen Langhaarfrisuren der Jugendlichen auch häufig als „Gammler-Treffpunkt“. Schaumpartys gab es nicht, obwohl immer wieder gerne Waschpulverpackungen ins Wasser geschüttet wurden. Stattdessen wurde hier häufig das Nacktbaden vollzogen.
Seit 140 Jahren steht am Kaiserplatz die Kreuzkirche. Am 16. Dezember 1871 ist sie eingeweiht worden. Die größte evangelische Kirche Bonns bietet Platz für 1200 Personen und ist Versammlungsort der Kreuzkirchengemeinde, sowie wegen ihrer zentralen Lage auch evangelische Stadtkirche. Am diesjährigen Tag der Deutschen Einheit findet hier der Ökumenische Festgottesdienst mit den Spitzen des Staates statt.
Eine Stele, die an die städtischen Opfer des Nationalsozialismus erinnern soll, ist die jüngste Veränderung auf dem Kaiserplatz. 1950 wurde sie im Hofgarten eingeweiht und stand ab 1969 im Bonner Stadtgarten, bevor sie 1998 auf der Wiese installiert wurde.
In der benachbarten Kaiserpassage existiert ein hochwertiger Einzelhandel im Blockinnenbereich, der sich in den unteren Etagen „stapelt“. In den darüber liegenden Stockwerken sind hochwertige Dienstleistungen wie Arztpraxen oder Anwaltskanzleien zu finden. Wer bei seinem Gang durch den halb-öffentlichen und privaten Raum der Passage genauer hinsieht, entdeckt kleine Überbleibsel der zweiten Bonner Verteidigungsmauer. Die Weiterentwicklung von Waffentechnik machte eine Verstärkung der mittelalterlichen Stadtmauer im 17. Jahrhundert notwendig.

Während der Sommerferien stellt city-marketing bonn e.V. auf seiner Homepage die wichtigsten Plätze und Straßen der Bonner Innenstadt vor. Teil sechs der Reihe befasst sich mit dem Bottlerplatz.

Bisherige Portraits gingen um den Friedensplatz, den Bertha-von-Suttner-Platz, den Marktplatz und den Münsterplatz.

Folgende city-marketing-bonn-e.V.-Mitglieder haben ihr Unternehmen am Kaiserplatz und setzen sich für die Bonner Innenstadt ein:
Carsten Carstens, Kaiserplatz 17
Lederwaren Wilhelm Schugt, Am Neutor 2

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